Schwingend durch die Dresdner Heide

Katrin Kalbe führt im Dresdner Norden eine neue Trend- sportart ein.
Statt Walking-Stöcken kommen nun Ringe zum Einsatz.

mit smovey Ringen durch die Dresdner HeideGrün leuchten sie, die Ringe. Katrin Kalbe und ihre Schwester Grit Schwarz haben je einen in jeder Hand. Ziemlich flott marschieren sie damit durch die Heide. Zwischendurch halten sie immer wieder an um Dehnungs- und Fitnessübungen zu machen, begleitet von einem leisen Rattern.
„Das kommt von den Stahlkugeln in den Ringen“, erklärt Katrin Kalbe. Diese sorgen nicht nur für den nötigen Schwung beim Laufen mit den außergewöhnlichen Sportgeräten, sondern aktivieren durch die Vibrationen auch die Handreflexzonen.

Katrin Kalbe hat die „schwingenden Ringe“ bei einem Gesundheitsseminar vor wenigen Monaten kennen gelernt und war sofort begeistert davon. „ Ich fühlte mich nach 15 min Training total erfrischt“, erzählt die 45-Jährige. Schließlich hat sie sich vom Anbieter Smovey zum Coach ausbilden lassen. Seit Anfang März bietet Katrin Kalbe Bewegungskurse an, bei denen die Ringe zum Einsatz kommen. Dabei ist vieles möglich. „ Die Ringe eignen sich für Trainings mit kleinen Gruppen drinnen, in Seniorenheimen, Fitnessstudios oder in Firmen“, sagt sie. Allerdings bevorzugt die Fitnessbegeisterte momentan den Aufenthalt im Freien – in der Dresdner Heide in Klotzsche, aber auch im Großen Garten.

Immer wieder zieht sie dort mit ihren Gruppen und den leuchtend grünen Sportgeräten die Blicke auf sich. Dabei ist das die Klotzscherin, die aus Cottbus stammt, gar nicht gewohnt.

Bisher hat Katrin Kalbe als selbstständige Finanz- und Unternehmensberaterin gearbeitet, hatte in ihrem Büro auf der Königsbrücker Landstraße 40 a nur wenige persönliche Kontakte. „ Diese Arbeit hat mich schließlich nicht mehr erfüllt“ erklärt sie ihren Wechsel in die Fitness- und Gesundheitsbranche. Die Idee hatte die studierte Wirtschaftsingenieurin für Bauwesen schon lange. „Aber mir fehlte der Mut, sie umzusetzen“, sagt sie heute.

Anlass zu dem Sinneswandel hatte vor 15 Jahren die Geburt ihres Sohnes gegeben. Der erkrankte schon kurz danach an Neurodermitis. „Da die klassische Medizin nicht mehr half, begann ich Alternativen zu suchen“, sagt Katrin Kalbe. Viele Kurse hat sie seither absolviert, sich in der Elternzeit und später in Sachen Ernährung und ganzheitlicher Gesundheit weitergebildet. Ihrem Sohn konnte sie schließlich helfen. Heute ist er nahezu beschwerdefrei.

Im Dezember 2014 fasste Katrin Kalbe dann endlich den Entschluss, künftig nur noch als Ernährungs- und Gesundheitsberaterin zu arbeiten. „Meine Finanzkunden gebe ich nun nach und nach an einen Kollegen ab“. Die gewonnene Zeit widmet sie nun überwiegend den schwingenden Ringen. Erste Unterstützerin ist ihre Schwester Grit Schwarz, die nicht nur jede Übung mitmacht, sondern auch die Internetseiten des neuen Unternehmens gestaltet hat. Schließlich ist sie ebenso begeistert von den Ringen, wie Katrin Kalbe.

Erfunden hat die grünen Fitnessgeräte der Österreicher Johann Salzwimmer. Der an Parkinson Erkrankte versuchte Mitte 2000er Jahre seinen Gesundheitszustand über Bewegung zu verbessern. Zunächst versuchte er es mit Schwungübungen mit dem Tennisschläger. Da diese zu leicht waren verstärkte er sie am Kopf mit einem Gartenschlauch, der mit Kugeln gefüllt war. Nach und nach verfeinerte er das Gerät, so dass schließlich die grünen Ringe daraus wurden.

Kathrin Kupka-Hahn
Sächsische Zeitung vom 19.03.2015